Geschichte Seniorenclub bis 1998

Die Dresdner Schachveteranen am Anfang ihrer Karriere

 

Eine Erinnerung anlässlich des Ereignisses „15 Jahre Dresdner Seniorenclub 2004“

von Manfred Kalmutzki, Ehrenpräsident des Dresdner Schachbundes e. V.

 

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Zur Gründung des Dresdner Seniorenclubs in Dresden gibt es eine Vorgeschichte.

Anfang der 80’er Jahren geriet im Dresdner Schachleben einiges in Bewegung.

Die Dresdner Schachkonferenz am 02.06.1983, die sich zwar überwiegend mit dem Kinder- und Jugendschach befasste, gab den Auftakt für die künftige Durchführung von Dresdner Schachfestivals. Und man schrieb damals schon fest, dass der Titel „Festival“ nur zu Recht besteht, wenn die gesamte Palette des Leistungs- und Breitenschachs einbezogen und angeboten wird. Und eine zweite Komponente hatte Einfluss auf die Entwicklung.

Seitens der Sportführung der DDR wurde die sportliche Betätigung von Menschen in höherem Lebensalter als eine nützliche Freizeitbeschäftigung zur Gesunderhaltung von Körper und Geist betrachtet. Alle Sportverbände waren aufgerufen, sich in dieser Richtung Gedanken zu machen. Das tat auch der Stadtfachausschuss Schach (SFA), der damals insgesamt 21 Sektionen der Sportgemeinschaften mit 866 Mitgliedern umfasste.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Links: Herbert Bartsch, Martin Bochmann und

Erich Thiemig, die sich um die Entwicklung des

Dresdner Schachs verdient gemacht haben, werden

hier mit einem Eintrag in das Ehrenbuch der

Dresdner Schachsportler geehrt

 

So wurden folgerichtig in Dresden die ersten Veteranenturniere

• 1984 beim 1. Dresdner Schachfestival (1. Stadtmeister: Martin Bochmann, Dynamo- Zentral) und

• 1985 beim Dresdner Eisenbahnerturnier (Gottfried Meißner vor Herbert Walther und Erhard Gräfe)

durchgeführt und ab 1987 jährlich, zumeist in die Dresdner Schachfestivals, eingeordnet.

Aber der SFA organisierte auch im Rahmen der DDR-weit veranstalteten Massenturniere „Schach für alle“ Schachturniere für alle sozialen Gruppen, so auch für die Veteranen, z. B. am 26.05.87 ein Veteranenturnier zur Vorbereitung des VIII. Turn- und Sportfestes, das Herbert Walther (Freital) vor Willi Jentzsch (Rotation) und Gerhart Reimann (Empor-West), gewann .

An den zwei Dresdner Sportmessen im Heinz-Steyer-Stadion beteiligten sich die Veteranen in einem bis dahin noch nicht erreichten Ausmaß und unterstrichen nachhaltig das gesellschaftliche Anliegen, besonders im fortgeschrittenen Lebensalter körperlich und geistig fit zu bleiben.

Und dann gab es noch eine Bewegung, nämlich das Schreiben von Chroniken. Und deshalb stand im Arbeitsplan des SFA 1986 als eine Leitungsaufgabe u. a. die Traditionspflege (Treff mit Veteranen und Aufschreiben der Geschichte des Schachsports der Stadt Dresden). Damit wurde es jetzt konkret.

Im März 1986 trafen sich am Münchner Platz auf Einladung des SFA 25 Veteranen zu einer Gesprächsrunde. Es war schon ein einmaliges Ereignis, alle Senioren aus den über 20 Dresdner Sektionen mal an einen Tisch zu bringen. Jeder wollte auch zur Erforschung der Schachgeschichte beitragen, sich aber auch künftig regelmäßig zu Spiel und Unterhaltung sowie zum Austauschen von Erinnerungen treffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei dieser Willensbekundung blieb es zunächst mal und das änderte sich dann auch erst, als der nächste Schritt getan wurde. Das war dann aber wirklich der entscheidende Schritt.

Zuvor fand vom 10.-14.11.87 die 3. Dresdner Veteranenmeisterschaft mit den Erfolgen von Werner Kelling (Rotation) vor Herbert Klotz (Lok) und Johannes Scholze (TuR) statt.

Bei der 4. Auflage der Dresdner Veteranen-Stadtmeisterschaften sicherte sich Werner Simmchen (Großröhrsdorf) den Titel vor dem Ex-Dresdner Bernhard Dorawa (Mühlhausen), der immer gern zu den Turnieren seiner Heimatstadt kam, um sich mit den ehemaligen Schachfreunden zu treffen, sowie Arthur Wetzel (TuR).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Teilnehmer der 4. Dresdner Veteranenmeisterschaft 1988.

Vorn links: Turnierdirektor des 3. Dresdner Schachfestivals 1988:

Manfred Kalmutzki.

Hinten rechts: Schiedsrichter Eberhard Immisch.

 

 

 

 

 

Der Vorsitzende des Stadtfachausschusses Schach, Manfred Kalmutzki, hatte für den 21. September 1988 zur „Gründung des Klubs der Schachveteranen“ eingeladen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Teilnehmer waren:

Sportfreundin Tennert, Sektionsleiterin des Klubs der Volkssolidarität, die in Aussicht stellte, dass Schach als die 4. Sektion neben Kegeln, Wandern und Gymnastik in die SG Veteranen aufgenommen werden könnte, die Kolleginnen Bach und Kirchhübel, die Leiterinnen des Klubs der Volkssolidarität „Prof. Dr. Robert Ganse“, die bereit waren, dass Schach regelmäßig im kleinen Klubraum gespielt werden kann und der Technische Leiter des SFA, Schachfreund Eberhard Immisch, der sich bereit erklärte mit für den Spielbetrieb zu sorgen.

Es gab eine rege Diskussion mit einer einheitlichen Zustimmung zur Bildung des Klubs der Schachveteranen.

Es wurde aber in dieser Versammlung noch keine Leitung gewählt.

Noch lag alles in den Händen des SFA, der die monatlichen Klubnachmittage gestaltete, die

an jedem 3. Mittwoch im Klub der Volkssolidarität an der Stübelallee immer mit einer guten Beteiligung stattfanden.

Für das Jahr 1989 wurde erstmalig ein Veranstaltungsplan aufgestellt Veranstaltungsplan des Seniorenclubs Dresden 1989

Deutscher Schachverband der DDR Dresden, den 02.01.1989

Stadtfachausschuß Dresden

- Vorsitzender -

Veranstaltungsplan

Klub der Schachveteranen 1989________________________________________

(jeden 3. Mittwoch im Monat, 13 bis 16 Uhr im Klub der Volkssolidarität "Prof. Robert Ganse")

18.01.8913.00 Uhr Schachtheorie (Eröffnung)

14.00 Uhr 1. Pokalrunde

15.02.89 13.00 Uhr Gründung der Schachsektion der VSG "Prof. Dr. Robert Ganse"

14.00 Uhr 2. Pokalrunde

15.03.89 13.00 Uhr Dresdner Schachgeschichte

14.00 Uhr 3. Pokalrunde

19.04.89 13.00 Uhr Wolfgang Uhlmann berichtet von der Schacholympiade

14.00 Uhr 4. Pokalrunde

17.05.89 13.00 UhrSchacherlebnisse Spfrd. Schulze

14.00 Uhr 5. Pokalrunde

21.06.89 13.00 UhrSchachturnier mit Walter Henke

14.00 Uhr 6. Pokalrunde

19.07.89 13.00 UhrInternationaler Spezialkurs der TU (Dr. G. Schmidt)

14.00 Uhr 7. Pokalrunde

16.08.89 Teilnahme am Schachfestival

20.09.89 13.00 UhrSchachfestival Dresden 1989 (Kalmutzki)

14.00 Uhr 8. Pokalrunde

18.10.89 13.00 UhrDresdner Schachchronik

14.00 Uhr 9. Pokalrunde

15.11.89 13.00 UhrSektionsversammlung

14.00 Uhr 10. Pokalrunde

20.12.89 13.00 UhrWeihnachtsfeier

14.00 Uhr Weihnachts-Blitzturnier

 

 

Nach diesem Plan erfolgte am 15.02.1989 die Sektionsgründung Schach der SG Veteranen, organisiert im DTSB-Stadtbezirksvorstand Dresden-Mitte (Anlage 1).

Die 1989 im Klub aktiven Schachspieler (Anlage 2) waren bis auf wenige Ausnahmen alle anwesend.

Für die 1. Sektionsleitung stellten sich zur Verfügung:

•Helmut Linke als Sektionsleiter,

•Herbert Klotz als Technischer Leiter,

•Erika Jurig als Kassiererin,

•Johannes Scholze als Org.leiter und

•Ilse Klotz für die kulturellen Aufgaben.

Helmut Linke

Herbert Klotz

Johannes Scholze

Ilse Klotz

Es gab monatlich (an jedem 3. Mittwoch) Vorträge zur Schachtheorie, Erlebnisberichte von Wolfgang Uhlmann, Schachhumor von Walter Henke, Informationen über das Dresdner Schach u. a. von Dr. Michael Schmidt zum Internationalen Spezialkurs an der TU und ein Pokalturnier, an welchem immer die anwesenden Spieler ausgelost wurden, damit jeder einen Gegner hatte.

Am 18.10.1989 gab es eine planmäßige Neuwahl der Sektionsleitung:

Helmut Linke wurde als Sektionsleiter, Herbert Klotz als Technischer Leiter und Erika Jurig als Kassiererin wieder gewählt. Für die Organisation sowie die Kultur stellten sich Gerhard Hammer und Mirra Ebert zur Verfügung.

Eine Weihnachtsfeier mit dem traditionellen Weihnachtsblitzturnier schloss das doch sehr inhaltsreiche Gründungsjahr ab.

Der Veranstaltungsplan 1990 sah bereits 14-tägige Treffen vor. Der Klub der Volkssolidarität „Prof. Dr. Robert Ganse" unter dem Motto „Miteinander – Füreinander“ in der Stübelallee wurde zur wahren Heimstatt der Dresdner Schachveteranen.

 

 

Die Sieger der 4. Dresdner Veteranenmeisterschaft 1988.

1. Werner Simmchen, Großröhrsdorf (Mitte)

2. Berhard Dorawa, Mühlhausen (links)

3. Arthur Wetzel, TuR (rechts)

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