Geschichte Seniorenclub ab 1998

Die Gründung des Klubs der Dresdner Schachveteranen ist vollzogen

 

Eine Erinnerung anlässlich des Ereignisses „15 Jahre Dresdner Seniorenclub 2004“

 

von Manfred Kalmutzki, Ehrenpräsident des Dresdner Schachbundes e.V.

 

 

 

 

 

 

Die Vorgeschichte zur Gründung des Dresdner Seniorenclubs in Dresden, die bis zum Anfang der 80’er Jahre zurückreicht, habe ich als damaliger Vorsitzender des Stadtfachausschusses Schach, in meinem Artikel „Die Dresdner Schachveteranen am Anfang ihrer Karriere“ aufgezeichnet.

Ab 15.02.1989, der Gründung der Sektion Schach als 4. Sektion der SG Veteranen begann die Sektionsleitung mit Helmut Linke als Sektionsleiter, Herbert Klotz als Technischem Leiter, Erika Jurig als Kassiererin, Johannes Scholze als Org.leiter und Ilse Klotz für die kulturellen Aufgaben mit ihrer Tätigkeit.

 

Am 18.10.1989, der planmäßigen Neuwahl der Sektionsleitung, wurden Helmut Linke als Sektionsleiter, Herbert Klotz als Technischer Leiter und Erika Jurig als Kassiererin wieder gewählt. Für die Organisation sowie die Kultur stellten sich Gerhard Hammer und Mirra Ebert zur Verfügung.

Bis zum Jahresende wurde noch das 2. Pokalturnier (40 Teilnehmer) mit dem Sieg des Pokalverteidigers Herbert Klotz vor seiner Frau Ilse Klotz und Erhard Gräfe abgeschlossen.

 

Der Veranstaltungsplan 1990 sah nunmehr zwei Klubnachmittage je Monat vor und neben dem Pokalturnier standen Vorträge, Foren mit Prominenten und Beiträge zur Schachchronik auf dem Programm.

 

Das Jahr 1990 war aber auch gekennzeichnet durch die Auflösung der Sportgemeinschaften und Sektionen. Der Stadtfachausschuss löste sich ebenso auf, wie der DTSB. Damit war es notwendig, sowohl in der Stadt als auch für die Veteranen neue Rechtsformen zu schaffen. Während der Dresdner Schachbund e.V. am 17.09.90 die neue Dachorganisation der Dresdner Schachvereine wurde, blieb der Seniorenclub (die nunmehr „moderne“ Bezeichnung) eine AG der Volkssolidarität. Die von Helmut Linke favorisierte „Sektion Senioren-Schach“ als eingetragener Verein fand jedoch bei den Mitgliedern keine Zustimmung. Als dann auch noch sein mit Salzburger Senioren geplanter Schachwettkampf platzte, resignierte er wohl.

 

In dieser Zeit, als die Auflösung der Seniorengruppe drohte, hielt der Dresdner Schachbund den Schachbetrieb aufrecht, indem er die vom Arbeitsamt genehmigte ABM-Stelle mit dieser Aufgabe betraute. So wirkten Kurt Preusker, noch beim SFA als Geschäftsführer beschäftigt, Andreas Schneider und Uwe Pfeifer als Angestellte des Dresdner Schachbundes in dieser Zeit für das Weiterbestehen der AG Senioren bei der Volkssolidarität.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Turnierleiter Kurt Preusker (rechts) beobachtet die

Partie des neuen Dresdner Stadtmeisters 1990,

Bernhard Dorawa (Mühlhausen) gegen Werner Kelling,

der 1987 Meister wurde. Arthur Wetzel kiebitzt.

Die endgültige Selbstständigkeit und dauerhafte Stabilisierung des Seniorenzirkels wurde jedoch erst erreicht, als am 17.08.1992 mit Helmut Alter ein neuer Vorsitzender die Geschicke in die Hände nahm. Es standen ihm zur Seite:

 

Herbert Klotz, Technischer Leiter

Werner Wunderlich, Verantwortlicher für Finanzen

sowie die Revisionsgruppe mit

 

Werner Kelling und

Reinhold Rätzer

 

Bei allen Sächsischen Seniorenmeisterschaften,

die seit 1992 durchgeführt wurden, war der

Dresdner Seniorenclub zahlenmäßig am stärksten vertreten.

 

Interessant ist auch ein Blick in die Mitgliederliste von Januar 1993.

 

Alle hier aufgeführten 33 Mitglieder sind älter als 65 Jahre, obwohl für die Stadtmeisterschaften die Spielberechtigung bereits ab 60 Jahre erteilt wurde, was dann aber bald geändert wurde. 1995 wird von 43 Mitgliedern berichtet.

 

Im November 1995 erfolgte kurzfristig die Kündigung der Spielstätte Comeniusstr./Stübelallee und es war „das große Verdienst der beiden Schachfreunde Helmut Alter und Herbert Klotz, daß wir jetzt eine neue Spielstätte haben.“ (Protokoll der Jahresmitgliederversammlung am 08. Januar 1996). In diesem Jahr nahmen 38 Schachfreunde die Klubmeisterschaft in 3 Gruppen nunmehr in der neuen Spielstätte, der Begegnungsstätte der Volkssolidarität Michelangelostr. 4 in Dresden Zschertnitz, auf. An der Leitung der Senioren-Schachgruppe hat sich namentlich immer noch nichts geändert. Als Turnierleiter profilierten sich inzwischen die Schachfreunde Manfred Gafke, Dr. Dieter Mann und Dr. Günter Schmidt.

 

Nach der Gründung einer zweiten Dresdner Seniorenschachgruppe in der VS-Begegnungsstätte Laubegast am 18.09.1996, maßgeblich durch die Schachfreunde Gerhard Bienk organisiert und von Manfred Ulbricht bis heute fortgesetzt, zog im April 1999 der ganze Seniorenclub mit 45 Mitgliedern von Zschertnitz nach Laubegast um.

 

Auch 1996 kamen weitere Funktionäre hinzu, die Schachfreunde Roland Scholze, H. Rudolph, Gerhard Freudenberg und Manfred Hesse.

 

Dem Seniorenclub gehören heute 60 Mitglieder an. 25 davon sind noch in anderen Dresdner Vereinen Mitglied, 35 nur im Seniorenclub. Der Veranstaltungsplan sieht jährlich im 1. Halbjahr die Klubmeisterschaft vor , bei der in 5 Gruppen mit Auf- und Abstiegsregelung um die Meisterschaftspunkte gekämpft wird, sowie an 3 Tagen die Schnellschach- und an 1 Tag die Blitzmeisterschaft des Seniorenclubs.

 

Im 2. Halbjahr gibt es nun schon seit Jahren die Offene Dresdner Stadtmeisterschaft und an den freien Tagen ein Pokalturnier, an dem jeweils die anwesenden Schachfreunde ausgelost werden, damit jeder einen Spielpartner hat.

 

Durch die Existenz des Seniorenclubs haben viele Dresdner Schachsenioren eine echte Schachheimat gefunden. Aber er hat auch Verpflichtungen für unsere Stadtorganisation übernommen, die er vorbildlich erfüllt. z. B.

 

Turnierleitung Sächsischer Seniorenmeisterschaften durch seinen Vorsitzenden Helmut Alter

jährliche Ausrichtung der Offenen Dresdner Seniorenmeisterschaften (Ergebnisse siehe Anlage 4)

erstmalige Ausrichtung von zwei Behindertenmeisterschaften

Stellen des Ausgleichers für die 6. Europäische Senioren-Mannschaftsmeisterschaft

Und der Klub platzierte sich 2004 sogar noch vor den Ländervertretungen von Großbritannien II, Norwegen II und zwei weiteren lokalen Mannschaften.

 

An diesem großartigen Turnier im Treff-Hotel nahmen 25 Dresdner Senioren teil, die in

 

9 verschiedenen Mannschaften mitwirkten (Deutschland, Sachsen, BSW Lok, DSC, DBAG/BSW I, II, III, Großröhrsdorf und dem Seniorenclub). Sie haben sich alle sehr wacker geschlagen und hatten ein wunderschönes Schacherlebnis.

 

Anlässlich des Ereignisses „15 Jahre Dresdner Seniorenclub“ unternahmen die Jubilare eine Wanderung auf der alten Eisenbahntrasse im Schönfelder Hochland von Weißig nach Cunnersdorf. Bei der dort stattgefundenen Zusammenkunft hielt man noch einmal Rückblick auf die doch sehr erfolgreichen, interessanten und unterhaltsamen Jahre im Klub.

 

 

Helmut Alter

 

Und als Höhepunkt erfolgte die Auszeichnung des Schachfreundes Helmut Alter mit der Ehrennadel des Schachverbandes Sachsen in Gold, was die Anwesenden mit großem Beifall quittierten. Denn so, wie sich der Klub heute präsentiert, das ist doch zu einem außergewöhnlichen Anteil des Verdienst seines mit großem Sachverstand wirkenden Vorsitzenden, der sich aber vor allem auch als Referent für Seniorenschach des Dresdner Schachbundes und als Turnierleiter zahlreicher Sächsischer Seniorenmeisterschaften große Anerkennung erworben hat.

 

Wenn es in Dresden darum geht, Schachgeschichte aufzuschreiben und zu bewerten, dann muss man feststellen, dass die Veteranen des Dresdner Schachs mit einem inhaltsreichen Kapitel dazu in erheblichen Maße beigetragen haben.

 

Der Seniorenclub Dresden bereitet sich jetzt darauf vor, die 20. Offene Dresdner Seniorenmeisterschaft auszurichten.

 

Laudation anläßlich des 20-jährigen Bestehens des Seniorenklubs Dresden

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